Trainieren oder am Stock gehen

Es sind ja nicht nur die Muskeln, die ab dem 30sten Lebensjahr abgebaut werden, wenn man sie nicht trainiert. Auch die Knochenmasse schwindet immer mehr, bis das Skelettgerüst porös und von Osteoporose befallen ist. Wer nicht früher oder später am Stock gehen oder am Rollator hängen will, sollte beizeiten trainieren. Das gilt besonders für Frauen, denen es nach den Wechseljahren an Östrogen-Hormonen fehlt. Wegen schlechter Ernährung sind allerdings auch immer mehr Jüngere betroffen. Die schlechte Nachricht: Calcium, Vitamin D und Hormone schlucken bewirkt wenig. Die gute: In Verbindung mit den Druck- und Zugkräften eines regelmäßigen Trainings kann der Knochen Calcium tatsächlich nutzen.

Eigentlich sind die Knochen eine lebendige Substanz, die so wie Haut und Haare ständig auf- und abgebaut wird. Und so wie Haut und Haare müssen auch die Knochen gepflegt werden. Zum Beispiel durch die Ernährung, die reich sein sollte an Calcium und Vitaminen (A, B12, Folsäure, C, D und K) und arm an Zucker, Fast-Food und Cola.

Der Abbau der Knochendichte und -struktur führt zu Folgen wie bei einem alten Haus, bei dem nicht nur die Außenmauern brüchig sind, sondern auch die Innenwände. Das Haus steht zwar noch, ist aber nicht mehr stabil, kaum noch belastbar und immer mehr baufällig.

Beim menschlichen Körper sind die Wirbelsäule, der Oberschenkelknochen, die Speiche, der Oberarmknochen, das Becken, das Schienbein, die Ferse, das Sprunggelenk, das Schlüsselbein und die Rippen am meisten von Osteoporose bedroht. Kaum ein wichtiger Bereich bleibt verschont. Um all diese Knochen vor irreparablen Schäden zu schützen, ist frühzeitig ein dauerhaftes Krafttrainings-Programm erforderlich. Das viel gepriesene Spazierengehen kann Osteoporose nicht verhindern. Es ist eher mit einem Sturzrisiko verbunden, das bei Knochenschwund tunlichst vermieden werden sollte.

Trainingseffekte werden dadurch erreicht, dass jeder Knochen ja mit Muskeln verbunden ist. Werden diese Muskel kraftvoll betätigt, um zum Beispiel Gewichte zu bewegen, dann üben sie auf den betreffenden Knochen Druck- und Zugkräfte aus und zwingen den Knochen dadurch, sich zu verstärken, um solchen Belastungen standhalten zu können. Lohn solcher Anstrengungen in jungen Jahren ist uneingeschränkte, schmerzfreie Mobilität bis ins hohe Alter.

Das Training ist sowohl präventiv als auch in unterschiedlichen Stadien einer erst einsetzenden oder bereits fortgeschrittenen Osteoporose möglich und sinnvoll.

Foto: Ljupco Smokovsk, Shutterstock

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