Auch Potenzmuskeln lassen sich trainieren

Immer mehr Männer leiden unter Erektionsstörungen. Und das betrifft nicht nur die älteren Semester. Auch jüngere Jahrgänge sind immer öfter von erektilen Dysfunktionen betroffen. Unter den 20- bis 30-Jährigen ist der Anteil mit 2,4 Prozent noch überschaubar. Im Alter von 51 bis 60 ist bereits jeder fünfte Mann (19,7 Prozent) betroffen. Die Ursachen der nachlassenden Manneskraft sind in schlechter Ernährung, zunehmender Umweltverschmutzung und ausuferndem Stress zu suchen – allerdings auch in mangelnder körperlicher Fitness. Sexuelle Potenz lässt sich trainieren.

„Gute und erfüllte Sexualität spielt sich sowohl im Kopf als auch im Körper ab! Das bedeutet, dass man den besten Sex seines Lebens erleben kann, wenn entsprechende körperliche Voraussetzungen gegeben sind. Beispielsweise eine gute Durchblutung der vier wichtigen Penisgefäße,“ erklärt Dr. Frank Sommer, Universitätsprofessor für Männergesundheit in shape UP Fitness, dem Magazin der Fitnessstudios.
Männer haben eine sogenannte Potenzmuskulatur. Diese umgreift zirkulär etwa ein Drittel der gesamten Penislänge, die im Beckenboden verankert ist und ist dafür zuständig, dass bei einer guten Infrastruktur (Zusammensetzung des Penisgewebes) dann eine feste harte standfeste Erektion zustande kommt. Und diese ist auch unter anderem dafür verantwortlich, dass Männer eine gewisse Standfestigkeit und Ausdauer an den Tag legen, um nicht zu früh zu ejakulieren, erklärt Professor Sommer.

Neben dem Training der körperlichen Voraussetzungen empfiehlt der Professor für Männer-Gesundheit auch mentale Übungen, um das für ein erfülltes Sex-Erlebnis ebenso wichtige Kopfkino optimal zu entwickeln. Es sei wie im wirklichen Leben: Wenn man etwas nicht trainiert, verkümmert etwas. Das gelte für die Oberarmmuskulatur ebenso wie für die Sexualität. Die Blutgefäße, die 40 bis 80 mal so viel Blutvolumen pro Zeiteinheit in den Schwellkörper hineinpumpen müssen, um eine Erektion zustande zu bringen, müssen geschmeidig bleiben und regelmäßig trainiert werden. Aber auch die Zusammensetzung des penilen Gewebes seien ganz ganz wichtig.

Wenn der Mann keinerlei Erektionen hat, baut sich „schlechtes Bindegewebe“ auf. Das wird in der Regel vom Körper auch wieder abgebaut. Ein Vorgang, der spätestens ab dem 35. Lebensjahr und in der heutigen Zeit bedingt durch die schlechten Lebensgewohnheiten teilweise auch schon ab dem 25. Lebensjahr, nicht mehr vollständig funktioniert. Dadurch sammelt sich über die Tage, Wochen, Monate, Jahre zu viel schlechtes Gewebe an und führt zu Störungen beim Aufbau der Erektion. Die gute Nachricht: Der Abbau des schlechten Gewebe kann durch gezielte sportliche Übungen wieder aktiviert werden.

Auch die sogenannte Potenzmuskulatur spielt eine wichtige Rolle. Wenn die nicht regelmäßig stimuliert wird, wird sie schwächer. Und eine schwache Potenzmuskulatur führt dazu, dass der Penis nicht mehr seine richtige Härte bekommt.

Studien über das Sommersche Programm aus körperlichen und mentalen Übungen sowie einer Umstellung der Ernährung, zeigten eine durchschnittliche Steigerung der Potenzmuskulatur um 53 Prozent und eine Verlängerung der Zeit bis zum Samenerguss um 56 Prozent. Diese und weitere Erkenntnisse seiner Forschung hat Professor Sommer in dem Buch „Der beste Sex deines Lebens“ veröffentlicht.

Foto: Mavich Stock Man, Shutterstock

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